In meinem Beitrag für Berliner Zeitung argumentiere ich, dass Europas Zukunft sich entlang dreier Achsen entscheiden wird: strategische Autonomie, digitale Souveränität und eine handlungsfähige Verteidigungsindustrie. Wenn Washington über europäische Sicherheit verhandelt, ohne Europa am Tisch, ist das nicht nur ein diplomatisches Problem – es ist ein Weckruf für unsere Gestaltungsmacht.
Drei Punkte halte ich für zentral:
Ohne technologische Souveränität gibt es weder glaubwürdige Verteidigung noch robuste Wirtschaft. Cloud, KI, Chips, Cyberresilienz – das sind längst auch sicherheitspolitische Kategorien.
Fragmentierte Verteidigungsindustrien und 180 unterschiedliche Waffensysteme in der EU sind ein Luxus, den wir uns geopolitisch nicht mehr leisten können. Konsolidierung der militärisch-industriellen Basis ist Voraussetzung, um überhaupt noch relevant zu sein.
Deutschland wird zum Testfall: Gelingt der Spagat aus wirtschaftlicher Neuaufstellung, fiskalischer Vernunft und einem echten mentalen und sicherheitspolitischen Paradigmenwechsel – oder bleiben wir in der Komfortzone der alten Rollenbilder stecken? Debatten auf der Berliner Sicherheitskonferenz oder beim NATO-Talk der Deutschen Atlantischen Gesellschaft zeigen, wie groß der Verantwortungsdruck ist.
Mich beschäftigt vor allem die Frage, ob Europa es diesmal schafft, von Analyse in Umsetzung und Priorisierung zu kommen.








