2026, February 12

Vor MSC 2026 und EU-Gipfel: Zentralasien im strategischen Fokus.

Heute traf Außenminister Johann Wadephul im C5+1-Format auf seine Amtskollegen aus Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan – den fünf Staaten Zentralasiens. Im Zentrum standen Konnektivität, Rohstoffe und wirtschaftliche Diversifizierung.

Das Treffen fällt in eine Woche, in der sowohl beim EU-Gipfel für Wettbewerbsfähigkeit und strategische Unabhängigkeit (12. Februar 2026) als auch auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2026 (Munich Security Conference, MSC) über Europas Rolle in der Welt diskutiert wird.

Strategische Autonomie, Resilienz, robuste Lieferketten, Energie- und Rohstoffsicherheit – darum kreisen derzeit viele sicherheits- und wirtschaftspolitische Debatten in Deutschland und Europa. Im Zuge dieser geoökonomischen Neujustierung gewinnt Zentralasien – insbesondere Usbekistan – deutlich an Bedeutung.

In meinem Beitrag für The Pioneer – am Beispiel Usbekistans Reformpolitik und digitaler Agenda – zeige ich, warum:

  • Tiefgreifende Reformen seit 2017 und der Übergang zu einem offeneren, diversifizierten Wirtschafts- und Investitionsstandort in Zentralasien;
  • Die Digitalstrategie „Digital Uzbekistan 2030“ als Kern der digitalen Transformation mit stark wachsenden IT-Exporten;
  • Die Rolle des Transkaspischen Korridors (Mittlerer Korridor) durch den Südlichen Kaukasus als alternative Handelsroute zwischen Europa und Asien;
  • Strategisch relevante Rohstoffe für deutsche Industrie, Energiewende und technologische Souveränität.

Während China, Russland, die Türkei, die USA und die Golfstaaten ihre Präsenz in der Region ausbauen, sei Europa zu zögerlich, mahnt der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft. Auch in Zentralasien entscheide sich, wer geopolitisch künftig mitgestaltet. Es brauche mehr Tempo bei Themen wie Rohstoffverarbeitung, Agrarwirtschaft, Wasser- und Klimaschutz sowie Fachkräfte.

Das ist richtig: Strategische Autonomie und Resilienz in Europa entstehen nicht durch Absichtserklärungen, sondern durch konkrete Projekte, Investitionen und langfristige Verankerung.

Wie sehen Sie das?
Ist Zentralasien für Deutschland vor allem Rohstoffpartner und Transitregion – und könnte es mehr als das werden?

 

> https://www.thepioneer.de/originals/thepioneer-expert/articles/usbekistan-partnerschaft-mit-potenzial