2026, February 15

Namibia entdecken: Weite und Wildnis im Blick, die Logistik im Griff

Namibia im Südwesten Afrikas ist vom Klima her ein nahezu ideales Reiseland: Tagsüber flirrt die Hitze über dem Sand, das Thermometer klettert weit über 35 Grad. Doch sobald die Sonne hinter den Dünen der Namib-Wüste versinkt, kehrt eine überraschende Kühle ein. Nachts fallen die Temperaturen oft um 20 Grad oder mehr. Einen solch markanten Kontrast zwischen Glut und Frische erlebt man in Europa kaum noch.

Dazu kommen eine Landschaft von erstaunlicher Vielfalt: die herb-schöne Atlantikküste, die endlosen Weiten der Namib und die rostroten Dünen der Kalahari-Wüste – einer semiariden Savannen- und Halbwüstenregion – und eine einzigartige Natur- und Tierwelt. Und trotz aller Wildheit bleibt das Reisen angenehm unkompliziert: Eine vergleichsweise gut ausgebaute Infrastruktur macht es leicht, dieses weite, stille Land auf eigene Faust zu entdecken.

Gerade weil es so „einfach“ erscheint, kann es Selbstfahrer dennoch schnell erwischen. Entfernungen sind riesig, Schotterpisten keine Seltenheit und selbst auf geteerten Landstraßen sollte man nicht mit europäischer Zeitkalkulation planen. Tankstellen können oft weit auseinander liegen und sind nicht immer geöffnet. So wird aus einer vermeintlich mittleren Strecke schnell ein ganzer Tag auf holpriger Straße, deren Löcher einem buchstäblich durch den Magen gehen.

Genau an diesem Punkt erwies sich Iwanowski’s Namibia-Reiseführer, ständiger Begleiter meiner eigenen Reise, als verlässlicher Kompass. Nicht ohne Grund gilt er vielen als „Namibia-Bibel“ für Individualreisende und Selbstplaner. Denn es ist auch ein praxisnahes Handbuch, das Planung, Logistik und Alltagstauglichkeit mitdenkt. Der Reiseführer kalkuliert Strecken, Fahrtzeiten und Etappen, beschreibt Straßenverhältnisse präzise und ist eine echte Entscheidungshilfe: Wo lohnt ein Umweg? Wo kostet er Kraft? Wo braucht es Reserven – Zeit, Wasser, Sprit, Lebensmittel? Meine Erfahrung: Wer Namibia individuell bereist, ist mit diesem Buch nicht nur bestens informiert, sondern auch vor typischen Selbstfahrerfallen gut geschützt.

Anreise direkt nach Windhoek und Routenplanung

Aus Deutschland ist Namibia gut erreichbar: Direktflüge von Frankfurt nach Windhoek werden von Discover Airlines angeboten, die Flugzeit liegt bei gut zehn Stunden. Vor Ort klappt die Weiterreise unkompliziert per Mietwagen oder über Shuttle-Services ins Stadtzentrum, nach Swakopmund, Walvis Bay oder in umliegende Safari-Regionen wie die Kalahari.

Die Routenplanung ist das A und O, denn Namibia ist kein kleines Land. Im Westen bildet der Atlantik die Grenze, im Süden und Südosten grenzt es an Südafrika, im Norden an Angola und im Osten an Botswana. Von Süd nach Nord sind es rund 1.500 Kilometer, von der Atlantikküste bis zur Grenze Botswanas etwa 500 Kilometer. Doch Kilometerangaben allein sind bedingt aussagekräftig – entscheidend sind Straßenqualität, Versorgungsabstände und Tageslicht.

Iwanowski hat vier Reiserouten im Angebot, alle mit Start in Windhoek: Die große Rundfahrt (ca. 22 Tage), je eine Tour mit Fokus auf Nord- oder Südnamibia sowie eine Route durch den Sambesi-/Caprivi-Streifen in Richtung Botswana. Als Bonus kommen Ausflüge in die Nachbarländer Sambia und Botswana sowie ein Abstecher zu Victoria Falls, einer Grenzstadt in Simbabwe nahe der weltberühmten Victoriafälle hinzu.

Vom Luxus in der Wildnis bis zum Zeltplatz und Safari-Praxis

Namibia verfügt über eine erstaunlich breite Unterkunftspalette – von hochpreisigen Lodges mitten im Busch bis zu Budget-Hotels, Camps und einfachen Zeltplätzen. Iwanowski bleibt dabei praxisnah: Was passt zu welcher Route, welcher Jahreszeit, welchem Komfortwunsch? Wer in der Hochsaison unterwegs ist oder in besonderen Lodges wie Twyfelfontein oder der Mushara Logde am Rand des Etosha-Nationalparks übernachten möchte, sollte frühzeitig buchen und verbindliche Bestätigungen einholen.

Ein echtes Highlight ist das ausführliche Tierlexikon mit Tipps zur Wildtierbeobachtung und zur Sicherheit im Safari-Gelände. Unterwegs ist das Gold wert, vor allem als ruhige Hand in einer kritischen Situation. Denn an Wasserlöchern, auf Pisten oder im Etosha-Nationalpark kann es vorkommen, dass man Löwen oder Nashörnern näher kommt, als einem lieb ist. Namibia lässt sich hervorragend auf eigene Faust bereisen, doch geführte Game Drives mit lokalen Guides bieten einen deutlichen Mehrwert.

Gesundheit und Sicherheit

Das Malariarisiko ist in Namibia regional sehr unterschiedlich. Ein höheres Risiko besteht vor allem im Nordosten (Sambesi-Region, Kavango East); im Etosha-Gebiet wird es je nach Zone und Saison meist als mittel eingestuft und ist besonders in der Regenzeit höher. Sinnvoll ist daher, vor der Abreise eine reisemedizinische Praxis oder ein Tropeninstitut aufzusuchen und sich ein Rezept zur Malaria-Prophylaxe ausstellen zu lassen. Hinsichtlich der Sicherheit bleibt der Iwanowski pragmatisch: Umsicht reicht in der Regel aus. Es gelten dieselben Grundregeln wie in vielen Großstädten: aufmerksam sein, nichts provozieren, Wertsachen nicht offen zeigen.

Jenseits der Nationalparks: Ethnische Vielfalt und Begegnungen

Namibia ist nicht nur Wüste, Weite und Wildtiere, sondern auch ein kulturell vielschichtiges Land mit zahlreichen Gemeinschaften. Im Norden leben große Ovambo- und Kavango-Gruppen, im Nordwesten Herero und Himba. In zentralen und südlichen Regionen sind Damara, Nama und San wichtige Bevölkerungsgruppen, Zambesi (früher Caprivi) ist von unterschiedlichen kulturellen Einflüssen geprägt.

Wer aufmerksam reist, Einfühlungsvermögen mitbringt und offen auf Menschen zugeht, wird reichlich belohnt. Denn die Landschaft prägt zwar den ersten Blick, doch erst persönliche Begegnungen machen das Land jenseits der Nationalparks wirklich „lesbar“. Wer mit wachen Sinnen reist, findet in Namibia genau das, wonach viele in der westlichen Welt in ihrem oft beengten Alltag suchen: Weite, Muße, Stille.

Foto: Pelikan-Begleitung auf dem Katamaran in Walvis Bay südlich von Swakopmund. © Svetlana Alexeeva